Evangeliar aus der Stiftsbibliothek Einsiedeln

Evangeliar, 10. Jahrhundert (Stiftsbibliothek Einsiedeln, Codex 17 (405), S. 126)

Evangeliar, 10. Jahrhundert (Stiftsbibliothek Einsiedeln, Codex 17 (405), S. 126)

Tauchen Sie in das Evangeliar der Stiftsbibliothek Einsiedeln ein, blättern und zoomen Sie virtuell durch die gesamte Handschrift.

Evangeliar aus der Stiftsbibliothek Einsiedeln digitalisiert (e-codices)

Geflügelte Inspiration

Ab dem Ende des 9. Jahrhunderts schuf das St.Galler Skriptorium auch Handschriften für auswärtige Empfänger. Stilistische Ähnlichkeiten mit anderen St.Galler Handschriften legen die Vermutung nahe, dass auch dieses Evangeliar um 900 in St.Gallen entstand und als Geschenk ins im Jahr 934 gegründete Kloster Einsiedeln kam, wo es seit dem zehnten Jahrhundert bezeugt ist. Zu seinen Besonderheiten gehört, dass nicht nur die Initialen, sondern auch die figürlichen Darstellungen mit orangefarbener Tinte gezeichnet und mit Gold- und Silbertusche ausgeschmückt sind.

Evangeliare enthalten die vier Evangelien des Neuen Testaments. Zu Beginn jedes Evangeliums wird ihr jeweiliger Autor, also Matthäus, Lukas, Johannes und im vorliegenden Fall Markus, in schreibender Haltung abgebildet. Die Evangelisten schauen jedoch kaum je auf den zu schreibenden Evangelientext, sondern auf das geflügelte Wesen über ihnen, das ihnen das Evangelium in einem visionären Geschehen offenbart. Auch Markus richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf die Quelle seiner Inspiration, einen geflügelten Löwen, der eine Buchrolle trägt.


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