Einsiedler Abschrift des Psalters Notkers des Deutschen (Stiftsbibliothek St.Gallen, Cod. Sang. 21, S. 64–65)

Psalter Notker der Deutsche (e-codices)

Einsiedler Abschrift des Psalters Notkers des Deutschen

Die 150 Psalmen aus dem Alten Testament gehören zum Gebetsschatz des Judentums und Christentums. Ihre Bedeutung im Christentum belegt die um 540 entstandene Benediktsregel. Sie regelt die klösterliche Ordnung und schreibt vor, jede Woche sämtliche Psalmen zu beten. Ihre wichtige Stellung im täglichen Gebet erklärt, weshalb den Psalmen, eigentlich Teil der Bibel, bald ein eigenes Buch gewidmet wurde, der Psalter. Bis zum 13. Jahrhundert war der Psalter neben der Bibel das am vielfältigsten und aufwendigsten ausgestattete Buch.

Die vorliegende Handschrift, die im 12. Jahrhundert im Kloster Einsiedeln entstand, ist eine Abschrift des kommentierten Psalters des St. Galler Mönchs Notker des Deutschen († 1022). Notker der Deutsche zählt zu den grossen Gelehrten des Mittelalters. Er war der wichtigste Übersetzer von lateinischen Texten ins Althochdeutsche. Dass Notker den Psalter nicht nur übersetzte, sondern auch ausgiebig kommentierte, belegt wiederum die Bedeutung der Psalmen im klösterlichen Alltag. Angehende Mönche lernten mit den Psalmen Latein und versuchten im täglichen Gebet, immer tiefer in die Texte einzudringen, um der Wahrheit näher zu kommen. Diesen Prozess der Annäherung und des Verstehens verfolgen wir nun im Text.


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